Die Kunst des Kartenlegens fällt in den Bereich der Esoterik. Mit Hilfe verschiedener Kartendecks kann der Wahrsagende einen Blick in die Zukunft werfen. Es gibt dabei verschiedene Kartendecks. Die Palette reicht von einfachen Kinder-Kartenspielen über Skatkarten bis hin zu den verschiedenen Tarotkarten wie zum Beispiel dem Rider Waite Tarot. Auch Kipperkarten oder Engelskarten werden gern zur Deutung herangezogen. Für welches Deck man sich entscheidet, ist von den persönlichen Vorlieben abhängig. Die Deutungen unterscheiden sich untereinander kaum, wenn der Wahrsagende sein Handwerk versteht. Grundsätzlich sollte das Kartendeck ausgewählt werden, dessen Bilder am meisten ansprechen und positive Gefühle hervorrufen.
Das Kartenlegen geht auf jahrhundertealte Traditionen zurück. Ein Ursprung wird in Ägypten gesehen, weil die Menschen dort schon sehr früh durch Symbolbilder die Zukunft gedeutet haben. Aus diesen Symbolbildern heraus entstanden dann die verschiedenen Kartendecks, die bis heute immer wieder neu überarbeitet werden. Zeitweise wurde das Kartenlegen mit Hexerei gleichgesetzt und streng verboten. Manchmal wurden die Verbote von Seiten der Kirche ausgesprochen, aber auch in Kriegszeiten war diese Art des Wahrsagens unerwünscht. Trotz der Verbote hat das Kartenlegen sich immer wieder durchgesetzt.
Zur Deutung werden verschiedene Legesysteme angewandt, die zum einen von dem Kartendeck, aber auch von der Art der Fragestellung abhängig sind. Bei den Skatkarten beispielsweise werden alle Karten in Sechserreihen ausgelegt. Die letzten zwei Karten werden von links nach rechts in der unteren rechten Ecke ausgelegt. Diese Karten sind die Schicksalskarten, die zum Schluss zur Deutung herangezogen werden. Beliebte Legesysteme beim Orakeln mit Karten sind außerdem das Kreuz oder das Pentagramm. Hierfür reichen oft einige wenige Karten aus, um einen Blick in die Zukunft zu gestatten und die gestellten Fragen zu beantworten.
Beim Kartenlegen kommt es sehr darauf an, dass zwischen Wahrsager und Fragesteller ein Vertrauensverhältnis aufgebaut wird. Hierzu führt der Wahrsager oder die Wahrsagerin im Vorfeld ein Gespräch, um eventuelle Blockaden zu lösen und Zweifel zu zerstreuen. Ein Fragesteller, der im Zweifel ist oder wichtige persönliche Aspekte zurückhält, kann damit dazu beitragen, dass die Deutungen nicht vollständig werden. Aufgrund dessen, dass eine gewisse Vertrauensbasis geschaffen werden muss, sollte auch immer ein persönliches Gespräch stattfinden. Das Kartenlegen via Internet oder Telefon führt in der Regel nicht zu befriedigenden Ergebnissen. Wem wirklich eine Frage auf den Nägeln brennt, der sollte sich in die Hände eines professionellen Wahrsagers begeben. Natürlich tummeln sich auf dem Markt der Wahrsagerei auch viele Scharlatane, die die Auswahl erschweren.
Gute Wahrsager sind sich ihrer Verantwortung durchaus bewusst und gehen sorgsam mit dem Seelenleben ihrer Kunden um. So ist es zum Beispiel nicht üblich, Todesnachrichten oder andere Unglücksfälle zu erwähnen. Einzige Ausnahme: Der Fragesteller hat hierzu konkret eine Frage und möchte diese ehrlich beantwortet haben. Ansonsten werden solche Dinge verschwiegen und nur die positiven Aspekte herausgestellt. Dasselbe gilt auch für Fälle, wo der Fragesteller vom Partner betrogen wird, davon aber nichts weiß. Sieht der Wahrsager in den Karten, dass die Beziehung bestehen bleibt, ist es völlig unnötig, mit der Botschaft des Betrugs Staub aufzuwirbeln.
Die meisten Menschen, die einen Wahrsager aufsuchen, haben ein konkretes Problem. Hier kann ein Blick in die Karten den entscheidenden Anstoß geben, das Leben in die eine oder andere Richtung zu verändern. Dabei können die Karten jedoch nur beraten, die Verantwortung für sein Leben trägt jeder selbst. Die meisten haben insgeheim schon eine Entscheidung getroffen, die Karten können dazu beitragen, den ersten Schritt zu tun. Sich die Karten legen zu lassen, ist allemal interessant. Egal, ob man am Ende an Kartenlegen glaubt oder nicht.